Digitale und chemische Fotografie - Ein Vergleich
Technik
Stand 2011: In der Praxis verschwimmen zwar die Grenzen immer mehr,
grundsätzlich gibt es aber eine Fünfteilung in der digitalen Landschaft:
Gruppe 1: Fotohandys (Beispiele: Sony K800i , kein Zoom, 3 MPixel, 0,15 kg von 2006 und iPhone 4 mit 5 MPixeln von 2010): Am unteren Ende als erste Gruppe die Foto-Handys mit deutlich sichtbaren Artefakten bei der pixelgenauen Darstellung schon bei der niedrigsten ISO-Stufe. Aber immerhin bei Tageslicht mindestens bis zum Format 13x18 mit erstaunlich guten Ergebnissen (Bildbeispiele). Das iPhone 4 bietet eine wirklich gute Bildqualität, auch in dunklen Szenen. Und speziell die HD-Videos sind schon irklich Klasse für ein Handy.
Gruppe 2a: Kleine Digitalkameras
(Beispiel: Casio Exilim Z21, 3fach Zoom, 9 MPixel, 0,15 kg ): Die große Masse außerhalb der Spiegelreflexe
bildet die zweite Gruppe und geht
bei
den Neuerscheinungen zu immer kleineren Sensorgrößen über.
Dadurch
werden diese Modelle immer rauschanfälliger. Schon in der niedrigsten ISO-Stufe
sind in kritischen Bildbreichen Rauschartefakte zu sehen. Leider gibt es im
heutigen Pixelwahn immer mehr Kameras kleinerer Baugröße, die in der
Gesamtbildqualität deutlich schlechter sind als aufgrund der angegebenen
Megapixel zu erwarten wäre.
Es
sei zur Illustration auf folgende Bildbeispiele verwiesen.
Aufgrund der sehr großen Auswahl in diesem Segment sollte aber für jeden
Geschmack etwas dabei sein, von schweineschick über superedel bis schön
praktisch...
Gruppe 2b: Größere kompakte Digitalkameras (Beispiel: Canon G12, 5fach Zoom, 10 MPixel, 0,4 kg): Die klassische digitale Reportagekamera. Noch recht kompakt, nicht mehr ganz leicht, dadurch und durch ihre Größe aber auch weit weniger empfindlich gegen Verwackeln. Ist alles durchdacht konstruiert, wie bei dem Modell Canon G 11/12, sind erstaunliche Leistungen und größere Posterformate möglich. Gerade da Canon ein Einsehen im Pixelwahn hatte und die Auflösung zugunsten einer besseren Bildqualität von 14 auf 10 Megapixel reduzierte. Hut ab dafür.
Gruppe 3: Bridgekameras (Beispiel: Fujifilm S100FS, 14fach Zoom, 11 MPixel, 0,9 kg): Gute Erfahrungen gibt es meist bei großen und öfter auch schweren Optiken, wie sie meist von Bridgekameras (auch Superzoomkameras genannt) verwendet werden. Diese bilden die dritte Gruppe und einige (meist größere) Modelle haben im Handling mit manuellem Zoomring und ergonomischem Design durchaus das Zeug zur Konkurrenz mit der Spiegelreflexklasse, bieten aber noch den für einige Situationen Riesenvorteil der zusätzlichen Videofunktion. Sowohl im Handling (kein Objektivwechsel erforderlich, gute Videofunktion, Handling wie eine Spiegelreflex) als auch in der Bildqualität sind sie in der Praxis für viele Hobbyfotografen eine echte Alternative, wenngleich sie nicht die Topqualität einer Spiegelreflex der nächsten Gruppe mit Festbrennweite bringen. Ausnahmen gibt es leider auch: Wird der Sensor zu klein, wie bei den Modellen Fuji HS 10 und HS 20, geht die Bildqualität in nicht akzeptabler Weise in den Keller, leider...
Gruppe 4: Digitale Spiegelreflexkameras (Beispiel: Canon EOS 60D, Wechselobjektiv, 18 MPixel, 0,9 kg (50mm) bis 2,5 kg (50-500mm): Spätestens bei hohen ISO-Werten und erwarteter Topqualität schlägt dann aber die Stunde der digitalen Spiegelreflexkameras, denn diese besitzen die mit Abstand größte Einzelsensorgröße aller Kameraklassen (Große Liste der Sensorgrößen). Auch werden schon in der "Hobby"-Klasse Auflösungen angeboten, die eindeutig mit dem analogen Mittelformat vergleichbar sind. Wer im Bereich der Fotografie auch in extremere Bereiche vordringen will, der braucht natürlich eine gewisse Leidensfähigkeit: Das Equipment wird dann sehr schnell sehr schwer ( Fotorucksack, Blitzanlage, Extremobjektive im Kilobereich... ) und auch das Girokonto kann extrem leiden. Belohnt wird der Fotograf aber mit einer in jeder Hinsicht absoluten Spitzenqualität, sei es um bei hohen Empfindlichkeiten und mit lichtstarken Festbrennweiten ohne Blitz die Partyatmosphäre einzufangen oder mit extremen Brennweiten Tierfotografie zu betreiben. Auch ist die Ergonomie mit teils frei belegbaren Drehrädchen und direkter Bedienung aller in der Praxis wichtigen Funktionen vorbildlich.
HD-Filmmode bei DSLR´s: Die neuesten Modelle kommen alle mit Live-View und der daraus abgeleiteten HD-Videofunktion auf den Markt. Aufgrund der riesigen Sensoren im Vergleich zu den kleinen digitalen Camcordern ist die Videoqualität absolut überragend und kann sich mit professionellen HD-Kameras messen, zumindest wenn ein Stativ verwendet wird. Auch die Lichtempfindlichkeit (Filmdreh bei Nacht) ist um Welten besser als die der reinen Camcorder des Consumermarktes. Für Fotografen die öfter einmal kurze Filmsequenzen für die Multivisionsshow zuhause drehen gibt es dazu keine qualitativ gleichwertige Alternative. Professionelles Beispielvideo, Hintergrundinfo zum Video. Man achte in dem Video besonders auf die Spielereien mit der Tiefenschärfe, der Effekt ist dank des großen Sensors sogar noch größer als bei professionellem 35mm-Kinofilm-Equipment für über 100.000 $ !
Gruppe 5: Digitale Mittelformatkameras (Beispiel: Hasselblad H3DII-50, Wechselobjektiv, 50 MPixel, 2,29 kg (80mm): Spätestens hier beginnt der absolute Profibereich, auch vom Preis her. Aktuellste Vorstellung ist der 60-Megapixel-Sensor P65+ von Phase One
Mögliche Postergrößen im Praxisvergleich: Als untere Grenze für ansprechende Qualität gelten folgende Werte: Din-A5: 2 Megapixel ; Din-A4: 3 Megapixel ; Din-A3: 6 Megapixel ; Din-A2: 10 Megapixel ; Din-A1: 20 Megapixel; Din-A0: 40 Megapixel - Ein jeder potentielle Käufer wird schnell merken zu welcher Gruppe er tendiert wobei im Jahre 2011 viele engagierte Hobbyfotografen alleine aufgrund der Größe und des Gewichts der jeweiligen Ausrüstung meist Kameras mehrerer Gruppen ihr eigen nennen.
Jenseits von 100 Millionen Bildpunkten: Mit Hilfe der digitalen "Stitching-"Technik sind auch deutlich höhere Auflösungen möglich. Man betrachte nur einmal dieses ganz ausgezeichnete 120-Megapixel-Bild des zur Zeit im Bau befindlichen größten Gebäudes der Welt, rechts an der Seite gibt es eine sehr stark verkleinerte Vorschau, freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Michael Ritter. Sein neuestes Projekt, das Bahrain World Trade Center (siehe oben), hat fast eine dreiviertel Milliarde Bildpunkte (http://www.fuerstleur.com). Das wohl größte zusammengefügte Bild derzeit gibt es hier: Haarlem-13-Gigapixel-Projekt. Zusammengesetzt aus 2045 Aufnahmen, automatisch aufgenommen innerhalb 2 Stunden und 10 Minuten.
Ungefähre Auflösungswerte im Vergleich ( FILM - DIGITAL ):
|
Filmformate |
Negativgrößen |
Megapixel |
Digitales Äquivalent |
Filmfläche |
|
|
Minox |
11 x 8 mm | nun ja... | 0,5 MP - Handy |
1/10 |
|
|
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17 x 12 mm | 1 - 2 | 1,3 MP - Handy |
1/4 |
|
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APS |
30 x 16,7 mm | 3 - 5 | 3 MP - Handy |
1/2 |
|
|
Kleinbild (KB) |
36 x 24 mm |
ISO
800
2 - 3 ISO 100 6 - 10 ISO 25 bis 20 |
ISO 800
2 MP - Handy ISO 100 5 MP-Digitalkamera ISO 25 8 MP-Digitalkamera |
1 | |
| Mittelformat 6x4,5 | 6 x 4,5 cm | 20+ | > 12 MP ( Canon 5D ) |
3 |
|
| Mittelformat 6x9 | 6 x 9 cm | 40+ | > 20 MP ( Canon 1Ds Mark III ) |
6 |
|
| Großformat 4x5 | 10 x 12,5 cm | 100 | > 39 MP ( Phase One P45 ) |
15 |
Digitales Äquivalent: Diese Spalte bezieht sich auf die ungefähre Vergleichbarkeit des Bildeindrucks bei einem angemessen großen Druckformat in der Praxis zum analogen Film. Die Tabelle gibt lediglich die ungefähre Auflösung wieder, die die verschiedenen System zu übertragen in der Lage sind. Wie bei den vielen Vergleichstests (siehe unten) zu sehen benötigt der Film aber mindestens die doppelte, in den meisten Fällen noch deutlich mehr Auflösung, um an die Klarheit der Aufnahmen digitaler Profisysteme heranzureichen. Da man ab dem analogen Mittelformat meist davon ausgehen kann das eine hochqualitative Arbeitskette verwendet wird, braucht es hier schon mehr als 10 (Mittelformat 6x4,5) bzw. 20 Millionen Bildpunkte (Mittelformat 6x9) bei digitalen Kameras um mitzuhalten. Bei den üblichen 35mm-Farb-Filmen genügen in der Regel etwa 4-6 Millionen Bildpunkte um alle Details beim Scan zu übertragen.
Vergleichbarkeit von Film mit digitalen Systemen: Als Einstieg in den
Vergleich Film gegen Digital fertigten viele professionelle Fotografen nach dem
Erscheinen der ersten digitalen Spiegelreflex mit Vollformatsensor, der
Canon EOS-1Ds mit
elf Millionen Bildpunkten im Jahre 2003, erst einmal Vergleichsstudien an. Da
ein solcher Vergleich
recht zeitaufwändig ist
erfreuen
sich die ins Internet
gestellten Seiten von damals auch heute noch großer
Beliebtheit. Der Grund für
die teils sehr zeitintensive Beschäftigung mit diesen Vergleichen war
natürlich
die Zeitenwende in der Fotografie. Quasi der Umbruch im professionellen
Sektor
von Analog auf Digital. Gerade wer im Jahre 2003 noch nie mit digitalem
Vollformat und über zehn Millionen Bildpunkten fotografiert hatte musste
sich
schon ein wenig abmühen um für seine Zwecke einen ersten Vergleich für
künftige
Systementscheidungen treffen zu können. Als Beispiel stelle ich dieser
Seite die Zusammenfassung eines solchen Tests
voran. Der klassische 35mm Kleinbildfilm ( meist eine feinkörnige
ISO-100
Sorte, in diesem Fall eingelegt in eine Nikon F90x ) trat gegen die
Canon
EOS-1Ds an, und auch das Mittelformat 6x6cm war in Form einer Rolleiflex
am
Start. Es wurden hochwertige Scanner, teils sogar Trommelscanner,
verwendet und vor allem auf Merkmale wie Schattendurchzeichnung,
Detailauflösung,
Bildkontrast, Bildklarheit, Filmkornsichtbarkeit und Gesamteindruck
geachtet.
Da dieser Test (wie die meisten damals) in englischer Sprache vorliegt,
gibt´s
unten eine kurze Zusammenfassung auf Deutsch (35mm
vs. Digital ,
6x6 vs. Digital -
jeder möge die Bildbeispiele auf sich wirken lassen und selbst sein Urteil
bilden).
Was dem Fotografen bei der Bewertung der Bilder sofort ins Auge fällt ist die überragende Klarheit der Bilder des digitalen Systems. Kein Fussel, keine Unregelmäßigkeit und vor allem kein Filmkorn stört den Bildeindruck. Beim 35mm-Film ist das gesamte Bild grieselig, mit Filmkorn durchzogen, gewissermaßen "unrein". Richtet man jetzt sein Auge auf Kleinigkeiten wird klar das es dem 35mm Film zwar gelingt bei der Auflösung in etwa gleichzuziehen, in keinem Fall jedoch ist er in der Lage mehr Details darzustellen. Da der Gesamtbildeindruck aber zu großen Teilen von der Bildklarheit bestimmt wird und hier Welten zwischen den Systemen liegen, gewinnt die digitale Spiegelreflex deutlich. Durch Vergrößern der Filmfläche beim Einsatz des Mittelformats tritt das Filmkorn nunmehr deutlich in den Hintergrund, bleibt gleichwohl aber immer noch sichtbar. Die Auflösung und damit die Detaildurchzeichnung geht aber deutlich nach oben und lässt die digitale Canon jetzt hinter sich. Es bleibt aber immer noch der Vorteil der Bildklarheit beim digitalen System. Gerade beim High-Quality-Ausdruck liegt die Canon erstaunlicherweise auch vor dem analogen Mittelformat obwohl dieses mehr Auflösung bietet. Dies ist das wahrscheinlich bedeutsamste Ergebnis in diesem Test (und auch allen anderen von damals). Die wichtigsten Kriterien wären demnach die Klarheit der Bilder sowie die effektive Auflösung im Foto. Probleme hat öfter der analoge Film bei der korrekten Farbdarstellung, digitale Profigeräte mit ihrem perfekten Weißabgleich aber so gut wie nie. Manchmal gibt es aber auch Probleme beim digitalen System mit der Durchzeichnung in Schattenbereichen, dies ist aber meist recht leicht unter Verwendung der Original-Datei mit Photoshop zu lösen. Die Farbprobleme beim Film sind analog schwer beherrschbar und machen zwingend eine digitale Nachbearbeitung erforderlich. Damit macht die analoge Schiene in vielen Fällen, auch da moderne Druckereien nur noch digitale Vorlagen akzeptieren, leider immer einen qualitätsmindernden Zwischenschritt mehr erforderlich.
Die Königsklassen - Mittelformt & Großformat: Auch im professionellen Segment gibt es sehr gute Vergleiche: Beispielbilder eines ausführlichen High-End-Equipment-Tests vom Mai 2006 von Mittelformat und Großformat gegen digitale Systeme zwischen 11 und 39 Megapixeln. Diese Tests sind für Hobbyfotografen aber von rein akademischer Natur, da das verwendete Equipment entweder zu unhandlich (Großformatkamera) oder zu teuer (digitale Mittelformatrückteile) ist. Gleichwohl kann man als Ergebnis festhalten das ein digitales Mittelformatsystem mit 39 MPixeln durchaus eine vergleichbare Qualität zum 4x5 Zoll Großformat erbringt. Großformat-Beispielbilder gibt es auch noch am Ende dieser Seite.
Militärische Anwendungen: Eine Ausnahmestellung nehmen digitale Sensoren mit einer Fläche jenseits der Ausleuchtzone von Mittelformatobjektiven ein. Das digitale 85-MP-Rückteil von Fairchild erreicht beispielsweise bei Bildqualität bzw. Bildfolgezahl die alten vom US-Militär verwendeten 5x5 oder 5x9 Zoll-Kameras (2.Weltkrieg, Kuba-Krise, Korea, Vietnam, Irak) und verdrängt so seit einiger Zeit das analoge Großformat bei der Luftaufklärung in Flugzeugen und Satelliten.
Kaufberatung von Henner Helmers: Warum DIGITAL? Kauf-Tipps All-in-One-Kameras Hemdtaschenkameras
Barbara Streisand:
Welches Potential gerade die digitalen Spiegelreflexkameras dieses Abschnitts haben ist im "Barbara Streisand"-Artikel nachzulesen. Die Schauspielerin verklagte den Betreiber der Internetseite California-Coastal-Records-Project aufgrund der Veröffentlichung eines Fotos Ihres (sehenswerten) Anwesens westlich von Los Angeles bei Point Dume. Der Fotograf Ken Adelman verfolgte aber keineswegs Paparazzi-Absichten. Vielmehr ist sein Ziel die fotografische Dokumentation der kalifornischen Küste um Erosionsschäden aufgrund menschlichen Einflusses in Zukunft verhindern zu können. Mittels eines Hubschraubers und einer Nikon D1x die mit einem GPS sowie einem Laptop verbunden war, schaffte er es in kurzer Zeit 12.000 Bilder aufzunehmen. Die Kamera legt ihre Bilder via Firewire direkt in ein Apple Powerbook ab und nimmt alle 2-5 Sekunden ein Bild aus einer Flughöhe von etwa 150m auf. Jedes Bild hat 6 Millionen Bildpunkte und ist als Originaldatei ( 6-7 MByte pro Bild, gesamt 82 GByte ) auf seinen Webseiten abzurufen, wie z.B. auch die Aufnahme mit Barbara Streisands Anwesen. Die Bilder sind allesamt atemberaubend und enthalten, da es Originale sind, auch noch die EXIF-Daten. Mittels Photoshop 7 (Datei/Dateiinformation) oder einem Exif-Reader kann man die schnelle Bildfolge, Flughöhe, Brennweite, GPS-Koordinaten und natürlich Belichtungsdaten nachvollziehen. Faszinierend... Im Übrigen hat Mrs. Streisand den Prozeß verloren und bereits 155567.04 US $ Anwalts- und Gerichtskosten per Scheck an den Fotografen geschickt...
(Superzoom-)Objektive:
Auf der Photokina 2006 wurde ein neuer Rekord für DSLR-Zoomobjektive aufgestellt. Mit dem Tamron AF 18-250mm gibt es jetzt ein 14-fach Zoom für Canon, Nikon, Sony und Pentax. Das Objektiv wiegt nur 430 Gramm und passt zusammen mit dem Kameragehäuse in eine dieser praktischen aufklappbaren Umhängetaschen. Damit ist jetzt erstmals ein Riesenbrennweitenbereich auf einer Wanderung mit einer digitalen Spiegelreflex ohne Fotorucksack möglich. Bei einer Brennweitenverlängerung von 1,6x wie sie z.B. eine Canon 400D bietet, kommt man auf einen nutzbaren Brennweitenbereich von etwa 28 bis 400 mm, ein unglaublicher Wert...
Entscheidende Kriterien für den Hobbyfotografen bei den sehr beliebten Superzooms ("Suppenzoom") sind die realen Abbildungsleistungen bei verschieden Blendenöffnungen über den gesamten Brennweitenbereich. Typische Fehler wären hier Verzerrungen, Farbsaumbildungen, Vignettierungen sowie Unschärfen. Ein brauchbares Objektiv leistet sich keine großen Schwächen, ist nicht zu schwer und zu einem moderaten Preis erhältlich. Besonders empfehlenswert sind für diesen Zweck speziell für D-SLR´s gerechnete Objektive, die nur den kleinen Bildkreis des Sensors abdecken. Ein gutes Beispiel ist das Sigma 18-125mm 1/3.5-5.6 DC. Einen sehr guten Praxistest hat Axel Farr online gestellt. Alle grundsätzlichen Probleme von günstigen Superzooms werden hier angesprochen. Das größte Problem ist bei allen diesen Objektiven die eingeschränkte Abbildungsqualität bei voll offener Blende! Bei schlechten Beleuchtungsverhältnissen und hohem Anspruch an die Bildqualität sind sie schlicht nicht verwendbar. Außerdem geht die Abbildungsqualität bei den hohen Brennweiten doch deutlich in den Keller.
Das hohe Potential von DSLR´s nutzt aber nur eine sehr gute Festbrennweite vollständig aus. Gerade für die "Available-Light"- Fotografie ist ein solches Objektiv ein "must-have". Am bezahlbarsten sind hier die "Normalobjektive", bei Vollformat-DSLR´s also um die 50mm, beim Teilformat meist um die 30mm. Lichtstarke und exzellente Ausführungen mit größter Blende im Bereich unterhalb 1:2,0 sind auf dem Markt hierbei die erste Wahl und zu Preisen ab etwa 300 € (z.B. Canon 50mm 1:1,4) erhältlich. Die wirklichen Lichtriesen mit 1:1,2 und auch zuweilen 1:1,0 (Canon 50mm 1:1,0) kosten aber regelmäßig vierstellige Summen, sind recht schwer und aus diesen Gründen doch etwas unpraktisch. Das lichtstärkste Objektiv aller Zeiten, das F 1:0,7 / 50mm kam von Zeiss ( Dark-Side-of-the-Moon-Objektiv ). Gute Leistungen sind aber auch für unter 100 Euro machbar wie das neue Canon 50mm 1:1,8 zeigt, wenngleich die mechanische Qualität besser sein könnte...
Wer einmal in einen ausführlichen Objektivtest reinschaut wird schnell merken das es sowohl wirklich günstige Festbrennweiten mit guten Leistungen gibt, aber auch sehr teure Markenobjektive die nicht immer den Erwartungen gerecht werden. Leider kommt es in der Praxis öfter vor das sich zwei baugleiche Objektive in der Abbildungsleistung deutlich unterscheiden. Das gilt besonders für den Telebereich, bzw. bei Telezooms. Bei Normalbrennweiten kommt das deutlich seltener vor. Mit diesem Hintergrundwissen kann man beim Objektivkauf nur raten das gute Stück ausführlich zu testen... Ausnahmen sind hier Hochleistungs- (meist Tele-) Objektive für Profifotografen, Industrie oder Militärzwecke sowie so hochpreisige Hersteller wie Leica.
Entscheidend für die Bildqualität ist das einzige (!) Teil der Kamera, welches
die Abbildung auf der Film/Chip-Fläche erzeugt. Denn das Kameragehäuse ist im Wesentlichen nur dazu da das
Licht vom Film abzuhalten... Egal ob Kameras mit chemischem Film oder digitale Boliden,
alle benötigen für Topleistung auch ein Topobjektiv.
Warum sind aber einige
exorbitant teuer und andere so viel billiger?
Die entscheidenden Faktoren
hierbei sind Lichtstärke und Fertigungsqualität/Vergütung der Linsengruppen. Sehr
hohe Lichtstärke, gerade bei größeren Brennweiten, setzt sehr teure und schwere
Linsen voraus. Deshalb sind die Teuersten auch lichtstarke Teleobjektive...
Kleine
Digitalkameras:
Da bei diesen Geräten keine Wechseloptiken vorgesehen sind
sollte man tunlichst auf ein gutes (Zoom-) Objektiv achten. Bei Kameras kleiner
Baugröße, aber mit vielen Megapixeln, tritt leider öfter der Fall ein das sie
von einem Modell mit besserer Optik, aber weniger Bildpunkten, deutlich in den
Schatten gestellt werden (Bildbeispiele).
DSLR´s: Bei großen Objektiven für digitale Spiegelreflexkameras
sind die Preisunterschiede aber noch extremer. Beste Qualität
besitzen lichtstarke (Normal-)Festbrennweiten, hier gibt es für wenig Geld sehr
gute Leistungen. Bei Teleobjektiven wird es
empfindlich teuer, beispielsweise kostet das Canon 600mm F4.0
schon jenseits von 5000 €. Sehr gute Zooms sind leider auch extrem teuer. Das
drückt sich besonders im Kontrast und der Bildqualität bei voll offener Blende
aus. Gerade diese voll offene Blende wird bei lichtschwachen (d.h. bezahlbaren &
leichten) Objektiven öfter benötigt, allerdings nicht gerade bei sonnigen
Außenaufnahmen. Ein professioneller Fotograf macht hier keine Gefangenen und
muss sich aus diesem Grunde schon ein wenig abschleppen. In der Hobbyfotografie
steht deshalb immer der Kompromiss zwischen Gewicht, Lichtstärke und
Abbildungsleistung im Vordergrund.
Extremobjektive: Das größte Telezoom-Objektiv für
die Kleinbildfotografie kommt von Nikon und wiegt 16kg, ist ohne Blendschutz 88cm lang und bietet einen
Brennweitenbereich von 1200-1700mm (f 5.6-8.0). Auf der rechten Seite
ist das größte Telezoom für die neuen hochauflösenden HDTV-Live-Fernseh-Kameras zu sehen. Es wiegt 23kg und deckt den
Brennweitenbereich von 34-3450mm ab (101-fach Zoom!). Mit dem verfügbaren 2x
Extender werden es dann schon
68-6900mm,
was mit knapp 140facher Vergrößerung
schon in Fernrohrdimensionen liegt und so die formatfüllenden Bilder des
Mondes, die öfter mal bei Sportübertragungen als netter Gag zu sehen
sind, ermöglicht. Dabei liegt die Lichtstärke bei 1:1,7 bis
1:4,7 ohne Extender.
Diese Leistung wird nur durch die 3,8fache
Brennweitenverlängerung möglich, da die auszuleuchtende Fläche durch die
"nur"
zwei Millionen Bildpunkte des HDTV-Fernsehformats viel kleiner als beim
Kleinbild-Fotoformat ausfällt. Die maximale physikalische Brennweite
beträgt
auch nur etwa die Hälfte des Nikon-Objektivs, 8,9-900mm lt. Hersteller.
Durch
einen ausgeklügelten Strahlengang ergibt sich eine Baulänge von unter
70cm. Das der Preis sechsstellig ausfällt verwundert jetzt kaum noch...
Es ist aber möglich das Ganze nochmals deutlich zu steigern indem man ein eigentlich für die Kleinbildfotografie konstruiertes lichtstarkes Teleobjektiv an einen Camcorder (für den Canon den passenden Adapter anbietet) anflanscht. Durch den nochmals doppelt so großen Brennweitenverlängerungsfaktor ( im Fall des Fotos links oben wird eine Canon XL1s verwendet deren Chip nur ein Viertel der Fläche der HDTV-Kameras hat, Faktor hier: 7,2fach ! ) kommt das Canon-Teleobjektiv (1200mm f5.6) jetzt auf 8640mm. Aus über einer halben Meile Entfernung kann man damit noch ganz klar ein Autokennzeichen lesen. Mit dem verfügbaren 2xExtender wird es dann brennweitenmässig fünfstellig und somit völlig durchgeknallt (17280mm...). Das Objektiv bewegt sich preislich auch in diesen Sphären (ca. 80.000 Dollar) und wiegt 16,5 kg. Weltweit gibt es nur etwa ein Dutzend dieser Objektive, welche sich allesamt im Besitz großer Fotoagenturen befinden. Es wäre natürlich auch möglich eine kleine Digital-Kamera mit um die 6-10 Millionen Bildpunkten anzusetzen. Das geht den Herstellern aber denn doch zu weit, ein Adapter dazu wird nicht angeboten.
Bildqualität bei professionellen digitalen und analogen Systemen
Fotografie bei der Fußball-WM-2006: Im
Vorfeld dieses Großereignisses erscheinen in den Printmedien immer mal wieder
Bilder von vergangenen Weltmeisterschaften, insbesondere der letzten in
Deutschland aus dem Jahre 1974. Beim Betrachten der alten Fotos, gerade bei
größeren Formaten, fällt immer wieder deutlich sichtbares Filmkorn und manchmal
auch leichte Bewegungsunschärfe in den Bildern auf. Vergleicht man die
Bildqualität mit digitalen SLR-Systemen von heute liegen Welten
dazwischen. Aus technischer Sicht ist dies kein Wunder, da am
Spielfeldrand bei
den auf Fußballplätzen üblichen Entfernungen Teleobjektive zwischen 300
und 600
mm Festbrennweite zum Einsatz kommen. Der wesentliche Unterschied zu
früher
liegt zu einem Teil bei den heute erhältlichen extrem lichtstarken
Teleobjektiven, wie z.B. einem 400mm F2.8 oder 600mm
F4.0, beide jenseits von
5000 €. Den größten Anteil an der viel besseren Bildqualität hat aber
der DSLR-Sensor, welcher auch bei höheren ISO-Werten um Klassen bessere
Resultate
liefert als ein hochempfindlicher und deshalb grobkörniger (!) Film. Die
Fotos
sind um Größenordnungen rauschfreier und liefern noch dazu auch eine
vielfach
höhere Auflösung, gerade bei Vollformatsensoren. Die mit solchen
Systemen
aufgenommenen Bilder besitzen eine echte Hochglanzoptik, dagegen haben
hochempfindliche Filmsorten in einem analogen System nicht den Hauch
einer
Chance. In größerem Umfang bei einer WM zum Einsatz kamen DSLR´s
erstmals 2002,
in viel geringerem Maße auch schon 1998 in Frankreich. In vielen Stadien
ist es
in der deutschen Fußballbundesliga leider für Zuschauer verboten schwere
DSLR-Ausrüstungen mitzuführen, bei der WM 2006 wurde dies recht
unterschiedlich
gehandhabt, zumindest in den VIP-Logen war es problemlos möglich...
Vorteile digitaler Spiegelreflexsysteme bei widrigen Lichtverhältnissen:
Als Beispiel der Überlegenheit digitaler Spiegelreflexkameras sei hier kurz ein Einblick in die Arbeit eines Fotografen bei Kinofilmproduktionen gestattet. Dieser ist erforderlich, da die Kinofilmrolle nicht die nötige Bildqualität für Filmposter liefern kann (Auflösung von 35mm-Kinofilm). Einer der besten ist Murray Close. Früher war dieser Job recht frustrierend, da bei Studioaufnahmen unter teils dämmrigem Kunstlicht hochempfindliche Kleinbild-Filme nötig waren um Verwacklungsunschärfen zu vermeiden. Für die großen Filmposter ("The images that sell the Movie") werden aber eigentlich hochauflösende, niedrigempfindliche Filme benötigt. Und meist hat man am Set nur einen Versuch direkt während des Drehs. Auch ist der Regisseur von Verzögerungen nie sonderlich angetan. Unter diesen Arbeitsbedingungen sind mit einer analogen KB-Spiegelreflex keine suffizienten Resultate zu erwarten. Diese Problematik lösen heute sehr elegant die digitalen Spiegelreflexe, die sofort kontrollierbare Spitzenqualität auch bei ISO-Werten von 400 bis 800 auf den Chip zaubern.
Diashow im Heimkino: Eine exzellente Möglichkeit etlichen Zuschauern in bequemem Rahmen Fotografien vorzuführen oder auch nur zur abendlichen Kontrolle der Fototour. Durch den viel größeren Platz ( Blue Touch Cinema ) drängt man sich nicht an einem Monitor/Laptop oder reicht Abzüge von Hand zu Hand. Der Aufwand geht im Gegensatz zu der alten Diavorführung mit Projektor und Dias gegen Null, da die digitalen Bilder ja zwecks Speicherung bereits auf dem PC vorliegen. Es muß lediglich ein Diashowprogramm sowie gegebenenfalls ein Musikplayer zur Untermalung geöffnet werden. Es empfiehlt sich jetzt nur noch ein Laserpointer als Zeigeinstrument. Die Erfahrung zeigt das in einem Heimkino mit am Beamer angeschlossenen PC immer mal wieder eine Diashow auf die Leinwand geworfen wird, ein nettes Bonbon. Jeglicher aktueller Heimkinoprojektor ist hierfür gut geeignet sofern er zumindest die kleine HDTV-Auflösung (1280x720) bietet. Die volle HD-Auflösung (1920x1080) wäre hier aber auch kein Fehler und ergibt dann auch einen Bildeindruck der durchaus vergleichbar zur alten analogen Diaprojektion ist, nur wesentlich einfacher und mit mehr Möglichkeiten (Überblendung/Musikuntermalung/Filmeffekte/Schwenks durch die Fotos etc.). Die letzten professionellen Diashow-Vorführer (meist Expeditionsdokumentationen) stellen aus diesen Gründen gerade auf digitale Projektion um.
Auflösungsvergleich zwischen einer Großformatkamera und einer digitalen Spiegelreflex
Ein solcher Vergleich setzt immer exzellente Laborarbeit voraus, wenn denn das Potential des chemischen Filmes ausgeschöpft werden soll. Es handelt sich hierbei um einen Vergleich einer Fuji S2 Pro (6 MPixel, intern auf 12 MPixel interpoliert) gegen S/W-Planfilm Ilford FP4 Plus 125 ASA im Großformat 4x5 Zoll. Die Bilder wurden freundlicherweise von Wilfried Danner (www.danner-fotodesign.de) auf meine Anfrage extra angefertigt und als Dateien verfügbar gemacht. Anhand dieser Bilder kann sich jeder eine Vorstellung verschaffen wo denn nun genau die grundsätzlichen Unterschiede liegen. Es geht hierbei nur um den grundsätzlichen Auflösungsvorteil von großen Filmflächen, im Fotoalltag ist eine 6-Mpixel-Spiegelreflex natürlich um Welten praktikabler. Und für Hobbyfotografen reicht sie in über 99% der Fälle aus, auch da sie in der Praxis einfach mehr Spaß bereitet als die direkte analoge Konkurrentin, die KB-Spiegelreflex, welche eigentlich antreten müsste. Erstaunlicherweise wird der 30x37-cm-Ausdruck der Fuji S2 Pro von unabhängigen Betrachtern als besser eingestuft. Das ist auch am PC nachzuvollziehen, wenn man sich immer weiter vom Monitor entfernt, wird irgendwann bei 2-3 Metern Entfernung der Fuji-Ausschnitt als "besser" angesehen (Kommentar mit den Bilddaten vom Fotografen hierzu). Die beiden ersten Bilder zeigen den Unterschied recht anschaulich, beim Anklicken erscheint ein erweiterter Ausschnitt.
Die Rauschfreiheit digitaler D-SLR-Aufnahmen bringt in diesem Falle der Fuji S2 Pro keinen Vorteil, da die Filmfläche beim Großformat schon eine solche Ausdehnung besitzt, das das Filmkorn erst bei weit höheren Vergrößerungen zu sehen ist. Die viel höhere Detailauflösung des Großformats ist hier anhand von Ausschnittsvergrößerungen (gelbes Rechteck) der Originaldateien zum Vergleich angeführt. Ein Klick auf die Bilder der linken Seite führt zu der Originaldatei der Fuji S2 ( 2,5 MByte ) sowie zu einem reduzierten Scan des 4x5 Planfilms ( 7,5 MByte / 7053 x 8883 = 63 Mio. Bildpunkte ). Die Originaldatei hat eine Größe von 27 MByte bei einer Auflösung von 11755 x 14805 = 174 Millionen Bildpunkten. Beim Klick auf die Bilder rechts erscheint der komplette Ausschnitt der Originaldatei pixelgenau.
Vielen Dank an Wilfried Danner (www.danner-fotodesign.de) für die
großzügige Überlassung der Bilder.
Eine ähnlich rasante Entwicklung wie die Fotografie erlebt seit einigen Jahren auch die Radiologie mit den seit 100 Jahren üblichen Röntgenfilmen. Bei vielen Anwendungen arbeiten insbesondere große Kliniken und moderne Zahnarztpraxen ebenfalls mit filmlosen Systemen. Aufgrund der teilweise großen Filmflächen bedeutet dies eine enorme Ersparnis für die Kasse und die Umwelt. Bei Befundungen im großen Stil, wie bei den radiologischen Abteilungen großer Häuser, sind aber immer Hi-Tech-Komponenten vonnöten. So sind die derzeit besten Displays mit den Auflösungen QWUXGA bzw. WQUXGA , was über neun Millionen Bildpunkten entspricht, sehr selten und fast ausschließlich in der Radiologie vertreten.
USA-Kauf: Meist entspricht das Zubehör der USA-Billiganbieter nicht dem gewohnten Standard. Bei kleinen Kameras ist das meist nicht entscheidend. Bei digitalen Spiegelreflexen mit ihren teuren Spezialakkus oder Zusatzsoftware sieht das etwas anders aus. Aber die Preisdifferenz zu Deutschland ist immer noch deutlich gegeben. Non-US-Distributor: http://www.pricescan.com / Preisvergleich USA: www.price.com Preisvergleich Deutschland: www.idealo.de * Ausführliche Infos des Mailwechsels mit dem Zoll (Digitale (Spiegelreflex-)kameras der Codenummer 8525 4011 000 sind zollfrei) **
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