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Fotohandy´s  -  Was geht?  Und was nicht?

Die Mobiltelefone werden immer multimediatauglicher und damit steigt auch die Auflösung der integrierten Digitalkameras. Da fragt man sich doch wie es in der Praxis mit der gebotenen Qualität aussieht. In Mode kommen immer mehr Handys mit eingebauten Zwei- oder Drei- Megapixelsensoren. Das entspricht, zumindest zahlenmäßig, den ersten wirklich ernstzunehmenden Digitalkameras Anfang des Jahres 2000 (siehe hierzu: "Die erste Kamera mit 3 Megapixeln").

Auch aus persönlichem Interesse war ein ausgiebiger Test im Dezember 2006 beim Skilaufen am Arlberg angesagt. Zum Einsatz kam ein Sony- Ericsson K800i mit integrierter 3 Megapixelkamera mit fester Brennweite, wie üblich in diesem Marktsegment. Die Kamera macht bei hellem Himmel erstaunlich gute Bilder für ein Gerät dieser Größe, was bei der ersten Durchsicht der Bilder überraschte. Mit dem richtigen Motiv bei gleißendem Sonnenlicht sind Ausdrucke im Format 13x18 ohne Probleme möglich.

Jetzt folgen aber (im Gegensatz zu einer "richtigen" digitalen Fotokamera oder gar einer digitalen Spiegelreflex) jede Menge Einschränkungen, Ausnahmen und Sonderfälle. Aufgrund der extrem kleinen Einzelsensorgröße ist Bildrauschen immer ein Faktor der ab einem bestimmten Druckformat im Bild auffällig wird. Bei kritischen Motiven, in Schattenbereichen oder gar bei langsam schlechter werdendem Licht wird ein deutlicher Unterschied zu den anderen Kameraklassen deutlich. Dieser Unterschied kann bisweilen so groß werden das das Fotohandy in etlichen Fällen keine Fotoqualität mehr zu liefern im Stande ist. Das ist regelmäßig und sehr oft der Fall bei recht dunkler Umgebung, in Innenräumen, der Dämmerung oder auf Partys. Entweder sind hier die Fotos verwackelt, zu dunkel oder mit zu wenig Durchzeichnung aufgenommen. Meist sind es alle der genannten Punkte...

Es gibt aber auch bei solch schlechten Bedingungen durchaus noch Bilder die brauchbar sein können, beispielsweise am Lagerfeuer in der Dämmerung oder in der "blauen Stunde" kurz vor Sonnenuntergang. Die effektive Auflösung und Bildqualität die dann noch auf dem Chip ankommt ist für (sehr) kleine Ausdrucke maximal im halben Postkartenformat, eine MMS oder kleinen eMail-Anhang noch wirklich ganz nett, hat mit echter Fotoqualität aber nichts mehr zu tun.  -  Trotzdem: Es bleibt erstaunlich was ein kleines, leichtes Gerät das noch dazu fast immer dabei ist in der Praxis leisten kann...

Als Fotoersatz taugt das 3-Megapixel-Handy deshalb nur in sehr engen Grenzen, innerhalb derer ist es aber ein nettes Spielzeug. "Nice to have" wie der Amerikaner sagt....  Diese engen Grenzen erfüllt vor allem die Gelegenheitsurlaubsfotografie am Tage, mit viel Sonnenlicht und dem Hauptmotiv in nicht zu großer Ferne. Denn die kleinen Fotohandys bieten weder ein Zoomobjektiv noch ein Bedienkonzept das ergonomisch den reinen Fotoapparaten das Wasser reichen kann.

Als Spaßgerät mit durchaus beachtlichem Unterhaltungspotential ist so ein Telefon aber nicht zu schlagen. Besonders in Zusammenarbeit mit einem der neuen Fotodrucker, die direkt von der Speicherkarte (also ohne PC) in verschiedenen Formaten unter Displaykontrolle drucken können (in diesem Fall vom Sony Microstick und Adapterkarte, Drucker siehe hier). Besonders die Weiblichkeit geriet ob des unkomplizierten und schnellen Ergebnisses in Verzückung ;-)

 

Um dem interessierten Besucher die Möglichkeit zu geben sich selbst ein Urteil zu bilden gibt es hier ein paar kommentierte Beispiele (Originalformat incl. Exif-Daten beim Anklicken):

   

1. Das linke Bild von der Ulmer Hütte in über 2200m Seehöhe aufgenommen eignet sich recht gut zum Ausdrucken, es gibt keine Verwacklungsunschärfe, auch die Farben sind in Ordnung. Wenngleich die rote Pistenmarkierung etwas in Orange abdriftet... Beim Vergleich in der pixelgenauen 1:1-Ansicht werden sich aber Puristen die Nackenhaare sträuben, denn es gibt deutlich zu erkennende Kompressionsartefakte. Für einen Ausdruck bis 13x18 reicht es aber trotzdem...  - ISO 100-

2. Mittagspause auf der Trittalpe. Prominent im Bild der Germknödel (mjam). Die hellen Bereiche sind gut durchgezeichnet, gerade auch der mit Soße überzogene Löffel, die rote Decke oder die Tischstruktur. Auch hier bei der pixelgenauen Darstellung Kompressionsartefakte sowie Bildrauschen in den kritischen (dunklen) Partien, wie der Hand links oben. In hellen Bereichen aber eher unauffällig. Puristen werden sich aber erneut mit Grausen abwenden, gleichwohl erzeugt der Ausdruck in 13x18 einen guten Eindruck. - ISO 80 -

 

   

3. Lagerfeuer beim Weihnachtsmarkt Lech am Arlberg. Dämmerungslicht. Die Stimmung wird ganz gut eingefangen, aufgrund massiver Kompressionsartefakte und sehr starkem Einsatz der Rauschunterdrückung aber leider keine Fotoqualität mehr. Aber prima als MMS oder eMail-Anhang zu verwenden...   - ISO 200 -

4. Loderndes Lagerfeuer am Ende der Dämmerung etwa 22 Minuten später. Aufgrund des hohen ISO-Wertes ebenfalls keine Fotoqualität, aber der Funkenflug kommt trotzdem gut rüber. Wurde mehrfach als MMS verschickt und ist seitdem das neue Hintergrundbild auf dem Sony K800i.  - ISO 640 -

 

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