Bedienung von funkgesteuerten Geräten mit einer Infrarot-Universal-Fernbedienung (am Beispiel Logitech Harmony 885)
Die Vorgehensweise ist recht einfach,
allerdings braucht man noch Zusatz-Equipment. Es handelt sich dabei um ein Gerät
das die eingehenden Infrarotsignale (von der Universal-Fernbedienung) in
Funksignale
(für Beleuchtungssteuerungen, Funksteckdosen oder funkgesteuerte
Motorleinwände) umsetzen kann. Bewährt hat sich in diesen Fällen insbesondere
der günstige
Infrarotextender der Firma ELV
(IR-300). Ein solcher
Extender besteht aus zwei Geräten (jeweils mit
Netzteil), einem Transmitter und einem Receiver. Die Bezeichnung ist hierbei logisch mit
der Funk(!)-Funktion verknüpft, d.h. das Gerät das man für die Umsetzung IR-auf-Funk verwendet ist der Transmitter. Im Lieferumfang ist auch noch
ein Receiver vorhanden, dieser setzt die ankommenden Funksignale wieder in
Infrarot um, ist deshalb sichtunabhängig und kann z.B. verwendet werden um die
Reichweite zu vergrößern, um z.B. in einem eigenen Technikraum
infrarotgesteuerte Geräte anzusprechen. Daher die Bezeichnung Infrarot-"Extender"
für das Gesamtpaket.
Für den laufenden Betrieb im Heimkino benötigt man nur den Transmitter, denn der setzt die IR-Signale in Funk um. Bei mir hab ich dieses Gerät oben auf dem Sat-Receiver platziert, wie im Bild links zu erkennen.
Um der Universalfernbedienung die nötigen (IR)-Codes beizubringen, die nach Umsetzung auf Funksignale dann die Geräte steuern gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Bei der Ersten werden aus der Datenbank des Herstellers der jeweiligen Universal-Fernbedienung die Codes der Funkfernbedienung geladen und alles funktioniert sofort (war bei meiner Motorkleinwand so). In der Praxis klappt dies (wie zu erwarten) natürlich nicht immer. In diesem Fall muss man der Universal-FB die Codes manuell beibringen, dafür gibt es eine Lernfunktion.
Wie aber bringt man einer IR-Fernbedienung Funkcodes bei? Nicht leichter als das... Hierfür benutzt man das zweite Gerät, das für den laufenden Umsetzbetrieb eigentlich nicht gebraucht wird, den Receiver. "Receiver" bedeutet in diesem Fall die Umsetzung von ankommenden Funksignalen in Infrarotbefehle. Und die kann die Infrarot-FB mit Hilfe der Lernfunktion abspeichern.
Am Beispiel einer Logitech Harmony 885
sieht die Vorgehensweise so aus: Fernbedienung mittels USB-Kabel an den PC
hängen und die
Software
starten. Auf "Geräte" und auf "Infrarot-Befehl lernen" gehen. Die Fernbedienung
wie in dem Bild ganz unten dem Receivermodul gegenüber auf den Tisch legen und
kurz den entsprechenden Befehl auf der Funkfernbedienung drücken. Beim ersten
Befehl dauert es erfahrungsgemäß etwas länger bis ein Tastendruck (bzw.
IR-Signal vom Receiver) erkannt wurde. Im Falle der Harmony aber bitte immer nur
kurz drücken, lange Tastendrücke verwirren das Gerät! Die Software verlangt
anschl. noch einen zweiten Tastendruck und das war´s dann. Der Befehl ist
abgespeichert. Hat man alle Tasten durch (das kann schon eine Weile dauern) geht
man auf "Fernbedienung aktualisieren" und testet im Anschluss die Funktion aller
angelernten Tasten.
In meinem Fall gab es zu Anfang Probleme mit der Funktion von drei Tastenbefehlen der Beleuchtungssteuerung via Funksteckdosen ( Licht 1 aus, Licht 3 an, Alle aus), sprich der Code wurde zwar als gelernt angezeigt, funktionierte aber nicht beim Test. In diesem Fall bringt es nichts die FB den Befehl erneut lernen zu lassen. Vielmehr muss man eine neue Taste anlegen und das Prozedere wiederholen. So funktionierten dann auch die restlichen Tasten.
In den meisten Heimkinos beschränken sich funkgesteuerte Geräte auf die Beleuchtung bzw. eine Motorleinwand. Letztere kann man prima in die "Aktionen" der Logitech Harmony integrieren, sprich beim Start des Projektors fährt die Leinwand aus und beim Ausschalten fährt die Leinwand automatisch wieder ein. Für die Beleuchtung, gerade bei vielen gesteuerten Lampen und da es im Heimkino ja oft sehr dunkel zugeht, ist eine manuelle Steuerung aber zusätzlich anzuraten. Wenn man die Zahlentasten bei der gerade laufenden Aktion (z.B. Beamer-DVD/Bluray oder Beamer-Heimkino-PC) nicht benötigt, bietet es sich an die Lampengruppen auf den Ziffernblock zu legen, bei mir sieht das dann so aus wie im Bild oben rechts. Funktioniert blind und hat sich bewährt:
"Licht 2" ist die weiße Lichterkette am linken Bildrand, "Licht 3" das blaue Lichtband unter der Couch, "Licht 4" das weiße Leuchtband um die Heizung sowie die Spotbeleutung rechts (gelb) und links (rot) davon. "Licht1" steuert Lampengruppen um die Leinwand herum. "Dim+/-" steuert 3 kleine Deckenfluter.
Funktionieren alle Beleuchtungstasten kann man dies wunderbar in die "Aktionen" der Harmony integrieren: Wenn der Projektor sich anschaltet fährt die Leinwand aus und alle Lichter gehen aus. Umgekehrt geht eine Notbeleuchtung an wenn der Projektor ausgeschaltet wird und die Leinwand hochfährt. In diesem Fall hier "Licht2" und "Licht 3". Ist noch recht schummrig, man sieht aber genug um nicht zu stolpern...







