Full-HD-Beamer: Sony VW-100 (Ruby), VW-50 (Pearl) , Mitsubishi HC-5000
Mitsubishi HC-5000: Ein Gerät mit Qualitäten wie
der Ruby, aber einer ähnlichen Lampe (150 - 200 Watt) wie andere kleine
Heimkinoprojektoren würde fast alle Probleme lösen (Kleiner, kühler, kompakter)
und wohl auch deutlich weniger kosten. *** Und in der Tat
wurde das erste Gerät mit Full-HD-Panel und kleinerer Lampe angekündigt. Es
handelt sich um den HC-5000 von Mitsubishi und
wurde auf der internationalen
Funkausstellung in Berlin vorgestellt. Der Projektor nutzt die neueste LCD-Technologie ( den
D6-Prozess ). Nach den
ersten ausführlichen Tests schlägt der HC-5000
alle anderen LCD-Projektoren teils deutlich. Es gibt kein wahrnehmbares Shading
und überhaupt kein Vertical Banding mehr. Der Projektor ist der leiseste auf dem
Markt und kann mit den besten (und vielfach teuren!) DLP´s mithalten, mit
leichten
Abstrichen
beim In-Bild-Kontrast sowie Schwarzwert. Dafür gibt es aber auch keine
DLP-Artefakte wie False-Contor, Dithering oder RBE, was in meinen Augen schwerer
wirkt. - Das teuerste an diesem Projektor ist die
Entwicklung und natürlich das neue Full-HD-Panel. Bei steigenden Stückzahlen ist
in der Zukunft mit stark sinkenden Preisen dieser Klasse zu rechnen. Die 2000
€-Grenze dürfte etwa 2008 fallen. Bei den 720p-LCD-Projektoren war dies mit
dem Sanyo Z2 Ende 2003 der Fall, was im Jahre 2001 nur
Wenige zu behaupten gewagt hätten...
"Mini-Ruby": Der neue Projektor von Sony, der VW 50 ("Pearl"), zeigt echte High-End-Qualitäten bei ähnlich überragenden Werten wie der Ruby, aber halbiertem Preis sowie weniger leistungshungriger und dadurch langlebigerer UHP-Lampe. Aus diesem Grund wird der VW 100 wohl nicht mehr lange im Handel sein.
Kann man die Bildqualität noch weiter steigern? In der Full-HD-Liga gibt es am Bild eigentlich nichts mehr zu meckern, Verbesserungen in der Zukunft werden nicht mehr wahnsinnig relevant sein, da die höchste HDTV-Auflösung bereits erreicht ist und Kontrast sowie Schwarzwerte schon in den Sphären der Röhrenprojektoren liegen. Auch gibt es keine relevanten Artefakte mehr zu beklagen ( kein RBE, kein Shading, leiser Lauf ). Somit ist der einzig relevante Punkt in der Zukunft der sinkende Preis, der einzige Grund mit der Anschaffung zu warten bis das persönliche Budget einen Kauf ohne Reue erlaubt...
Mögliche Bildbreiten bei den neuen Full-HD-Beamern: Die maximal möglichen Bildbreiten bei noch vernünftiger Ausleuchtung der Leinwand bewegen hier in etwa zwischen 300 und 450 cm. Über 400cm schafft nur der sehr teure Sony Qualia 004 mit seiner 700 Watt Xenon-Lampe. Die leistungsschwächeren "Ruby" und "Pearl" sowie der neue Mitsubishi HC-5000 streichen schon bei ca. 300-350 cm die Segel. Für extreme Breitbildfetischisten scheinen aber Bildbreiten von 350-400 cm durchaus machbar, wenn auf eine perfekte Farbwiedergabe verzichtet wird und der Beamer im High-Brightness-Mode angeheizt wird...
Sony Ruby: Nachdem dem Ruby (siehe Bild links) nachgesagt wird alle Nachteile anderer Funktionsprinzipien hinter sich gelassen zu haben ( Regenbogeneffekt & Lautstärke von DLP-Geräten - Wuchtigkeit, mangelnde Helligkeit und Einstellungsprobleme von Röhrenbeamern - mangelnder Schwarzwert und Shading beim LCD-Prinzip ), hier ein kurzer Test:
Zunächst fällt das interessante Design
auf, das fast schon skulpturartig zu nennen ist. Das Gerät hat eine gewisse
Größe, d.h. es ist doch deutlich größer als beispielsweise einer der üblichen
DLP- oder LCD-Projektoren.
Die schiere Größe des Gerätes ist aufgrund der
400
Watt Xenon-Lampe aber auch nötig um durch große, langsamdrehende Lüfter Lärm zu
vermeiden. Dies gelingt dem Ruby ganz überzeugend. Dem Ausdruck "flüsterleise"
wird wirklich jeder zustimmen, auch die sehr leise LCD-Projektoren
gewohnten Sanyo-Besitzer. Die Bilder auf dieser Seite entstanden
auf einer Leinwand der Bildgröße 250 x 140 cm als reine
Schnappschüsse bei laufendem Film von schräg unten. Aus diesem Grund sind die
Proportionen sichtbar verzerrt, in voller Größe beim Klick auf die Bilder ist
der HDTV-Effekt des Full-HDTV-Bildes aber deutlich zu erkennen.
Der Anschluß an einen Heimkino-PC gestaltete sich recht unproblematisch, lediglich das Voll-HDTV-Signal (1920x1080), geliefert von einer ATI Radeon 9600, musste per Fernbedienung des Ruby noch horizontal angepasst werden. Ungewohnt für Besitzer eines 720p-Projektors war natürlich die kleine Schrift sowie die deutlich kleineren Menüs, beim Internetsurfen auf der Leinwand sollte sich ein gigantischer Eindruck ergeben. Aber zurück zur Heimkinowiedergabe...
Bei einem komplett schwarzen Bild zeigte sich die (im Verlauf des Tests) einzige Schwäche des Sony: Die Ecken waren doch deutlich aufgehellt gegenüber dem Rest der Leinwandfläche. Ob dies eine Eigenart der ganzen Serie oder ein Einzelfall ist sei dahingestellt. Während der Filmwiedergabe erkennbar ist das aber nur bei reinen Weltraumszenen ohne hellere Objekte im Bild. Die Brillianz des Bildes ergibt einen dutlichen "Punch"-Effekt, ähnlich dem bei exzellenten DLP-Projektoren. Auch der Schwarzwert ist vergleichbar zur Topklasse der DLP´s. Was erfreulicherweise völlig fehlt ist (prinzipbedingt) der Regenbogeneffekt sowie das von diesen Geräten gewohnte teils sehr laute Lüftergeräusch. Die Auflösung, Detailzeichnung und auch die Farbwiedergabe ist schlicht phantastisch zu nennen. Es gibt hierbei aber leider einen deutlichen Wermutstropfen... Diesen hat aber nicht der Ruby zu verantworten sondern der liegt schlichtweg beim Quellmaterial.
Zur Darstellung gelangten
Aufzeichnungen aus dem amerikanischen HD-Fernsehen und da ergaben sich teils
deutliche Unterschiede
zwischen
den einzelnen Filmen. Am ärgerlichsten war das bei dieser hohen Auflösung teils
stark störende Filmkorn wenn hochempfindliches Material beim Dreh eingesetzt
wurde. Dieses reduzierte die effektiv sichtbare Auflösung teils deutlich (
Detailierte Hintergrundinfos hierzu! ).
Manchmal wurde bei der Ausstrahlung (in mpeg2) auch bei der Bitrate gespart, was
sich in einem allgemein unruhigem Bild und besonders flimmernden Kanten an
Stickereien auf der Kleidung widerspiegelte. Aber wie gesagt ist dies nicht die
Schuld des Sony, es zeigt aber das der Projektor ganz deutlich zwischen gutem
und weniger gutem HD-Material differenziert. Mit Erscheinen der neuen HD-Formate
auf Silberscheiben wird dieses Problem aber seltener auftreten. Die Zukunft wird
zeigen ob die in Europa in Zukunft empfangbaren HD-Sender auch eine Qualität
liefern die einem Ruby gerecht wird.
Im Verlaufe des Tests wurden "Unschärfen" von einigen HD-Filmen immer deutlicher von den faszinierten Zuschauern bemerkt und die Herr-der-Ringe-Trilogie als exzellent befunden. Kein grobes Filmkorn oder Blockartefakte trübten das Bild und ergaben mit den Qualitäten des Ruby ein absolut beeindruckendes Bild. Das Pixelraster auf der Leinwand war aus 50cm (!) Entfernung nur noch zu erahnen und führte selbst bei sehr geringen Sichtabständen zu einem völlig homogenen Bild ohne erkennbare Schwächen. Ein Segen vor allem für die RBE-empfindlichen Fans das die eingesetzte Technik regenbogeneffektfrei ist! Auch die dunklen Szenen hatten eine Hochglanzoptik, die vergleichbar zu sehr teuren DLP-Projektoren ist. Nur ohne deren Lautstärke und deren RBE ( man merkt jetzt wahrscheinlich das ich da sehr empfindlich bin... ). Insgesamt vermittelt das Bild einen sehr homogenen Eindruck, wie bei einer sehr guten 35mm-Kopie im Kino. Welche aber leider selten geliefert werden... Jegliches leichtes Rauschen im Bild geht auf das Quellmaterial zurück und ist nicht (wie dunkle Graustufen bei DLP´s) prinzipbedingt.
Unabhängig vom tollen Bild dürfte sich
die Aufstellung in einigen Räumen aber problematisch gestalten. Durch die starke
400
Watt Lampe bläst der Sony zwar leise aber stetig heiße Luft nach hinten aus. Die
Stärke entspricht dabei einem kleinen Heizlüfter und dürfte bei vielen Räumen im
Sommer eine Klimaanlage erforderlich machen. Auch die Länge des Gerätes sowie
der notwendige Abluftplatz dahinter lassen den Filmfan beim Aufstellungsort ins
Schwitzen geraten. Die Xenonlampe hat aber leider den Nachteil nach
Herstellerangabe nur 2000 Stunden zu halten. Anschließend sind 1000 € für den
Ersatz fällig. Der absolute Traum ist aber der ferngesteuerte Lensshift-
und das gleichfalls fernbedienbare Zoomobjektiv, was den Projektor auch
für profane PAL-Signale in 4:3 in Verbindung mit einer Motorleinwand interessant
machen dürfte. Für langjährige Heimkinofreunde niederschmetternd ist natürlich
der unscharfe Eindruck den viele DVD´s ihrer Sammlung auf der Leinwand erzeugen,
wenn man denn vorher einen adäquat digitalisierten HD-Film auf der Leinwand
hatte. Aber das kennen wir ja schon vom Übergang der Videoformate (VHS, Video
2000, Beta) zur DVD...
Vielen Dank auch noch an Oliver von PiPro in Simmern für die Vorführung.
Positive Kriterien:
- kein Regenbogeneffekt - flüsterleise - Ferngesteuertes Zoom & Lensshift
- toller Schwarzwert - kein Pixelraster - größere Bildbreiten möglich
Negative Punkte haben beim Ruby meist pekuniäre Aspekte:
- Durch Neuentwicklungen hoher Preisverfall - Lampe hält 2000 Stunden und kostet knapp 1000 € - hohe Abwärme durch 400 Watt Lampe, Klimaanlage im Sommer in vielen Fällen nötig
- bei schwarzem Bild aufgehellte Ecken
- Christoph -